Saison-Geschichte
Der VfB Stuttgart 2006/07 ist einer der überraschendsten Meister der Bundesliga-Geschichte. Ein Jahr nach dem neunten Tabellenplatz schoss eine junge Mannschaft unter Armin Veh zur Deutschen Meisterschaft 2007 — mit einem Schlussspurt von acht Siegen in Folge. Der Titel am letzten Spieltag war die Krönung einer Saison, die niemand vorhergesehen hatte.
Der Grundstein wurde im Februar 2006 gelegt, als Armin Veh das Amt von Giovanni Trapattoni übernahm. Veh setzte konsequent auf Talente aus der eigenen Jugendarbeit: Sami Khedira (19), Serdar Tasci (19) und Mario Gómez (21) prägten das Gesicht der Mannschaft. Nach der Weltmeisterschaft 2006 kamen mit Pavel Pardo und Ricardo Osorio zudem die ersten mexikanischen Spieler der Bundesliga-Geschichte nach Stuttgart. Aus dem Talentwerk wurde eine Meistermannschaft.
Der Saisonverlauf war eine Achterbahnfahrt. Am 23. Spieltag lag Stuttgart vier Punkte hinter der Spitze; nach drei Spielen ohne Sieg — darunter ein 0:1 gegen Tabellenführer Schalke 04 — schien der Traum vom Titel geplatzt. Doch dann startete die Mannschaft eine Serie von acht Siegen in Folge. Der Höhepunkt: der 3:2-Auswärtssieg in Bochum am 33. Spieltag, bei dem Stuttgart zweimal einem Rückstand hinterherlief und Mario Gómez nach seiner Verletzungspause als Joker den Ausgleich köpfte. Plötzlich führte Stuttgart die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung an.
Am 19. Mai 2007 wurde das Gottlieb-Daimler-Stadion zum Schauplatz eines Dramas. Energie Cottbus ging in der 19. Minute durch Sergiu Radu in Führung — während Schalke in Bielefeld bereits 2:0 führte und damit den Titel übernahm. Doch Thomas Hitzlsperger glich acht Minuten später mit einem Gewaltschuss aus, und Sami Khedira köpfte in der 63. Minute das 2:1. Schalke kassierte am Ende noch einen späten Gegentreffer, blieb aber bei 2:1 — der VfB Stuttgart war Deutscher Meister 2007, zum fünften Mal nach 1950, 1952, 1984 und 1992.
Die Helden dieser Meisterschaft waren junge Männer. Mario Gómez traf als 21-Jähriger 14-mal und wurde zum besten Torjäger der Mannschaft — der ligaweite Titel ging an Theofanis Gekas mit 20 Toren. Cacau steuerte 13 Treffer bei, darunter beide Tore beim 2:0 gegen Bayern München im April. Timo Hildebrand hielt 13-mal die Null und verabschiedete sich als Meister zu Valencia; Khedira, erst am sechsten Spieltag debütiert, erzielte das wichtigste Tor der Saison.
Eine Woche nach dem Titel verpasste Stuttgart das Double: Im DFB-Pokalfinale unterlag die Mannschaft dem 1. FC Nürnberg nach Verlängerung mit 2:3. Die Feierlichkeiten trübte das nicht — rund 250.000 Menschen empfingen die Mannschaft in der Stuttgarter Innenstadt. Es war bis heute der letzte Meistertitel des VfB und die Krönung der erfolgreichsten Nachwuchsarbeit, die der Verein je geleistet hat. Die Meisterschaft 2007 war die fünfte der Vereinsgeschichte — und bis heute der jüngste Titel eines Klubs, der ganz auf die eigene Jugend gesetzt hat. Die Generation von Gómez, Khedira und Tasci wurde später zum Rückgrat der deutschen Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014.
Die Breite des Kaders war der heimliche Sieger. Roberto Hilbert spielte alle 34 Partien und erzielte sieben Tore, vier davon im Schlussspurt. Ludovic Magnin war in den acht Siegen der Endphase an vier Treffern beteiligt. Pavel Pardo, als „El Comandante“ gefeiert, stand in 33 von 34 Spielen über die volle Distanz auf dem Platz und hob am Ende als Kapitän die Meisterschale.
Armin Veh, im Februar 2006 als Nachfolger von Giovanni Trapattoni geholt, wurde für diese Saison zum Trainer des Jahres gewählt. Sein Rezept war einfach und radikal: Vertrauen in die Jugend, klare Rollen und ein Pressing, das die Gegner früh unter Druck setzte. Stuttgart spielte mutig nach vorne — und genau dieser Mut machte den Unterschied zu den favorisierten Teams aus Schalke und Bremen.
Der Weg begann mit einer Niederlage: Beim 0:3 zum Auftakt gegen den 1. FC Nürnberg saß Serdar Tasci noch auf der Bank. Der 19-Jährige aus der eigenen Jugend wurde bald zur Stammkraft in der Innenverteidigung — ebenso wie Khedira, der am sechsten Spieltag in Berlin debütierte und fortan nicht mehr aus der Mannschaft verschwand. Mit dem zweitjüngsten Kader der Liga setzte Veh auf junge Spieler wie kein anderer Titelkandidat.
Im Tor stand mit Timo Hildebrand ein Rekordhalter: Zwischen Mai und Oktober 2003 blieb er 884 Minuten ohne Gegentor — bis heute Bundesliga-Rekord. In der Meister-Saison hielt er 13-mal die Null und verabschiedete sich im Sommer 2007 als Titelträger zu Valencia. Für Stuttgart blieb er der letzte große Torhüter einer goldenen Generation.
Gómez' Saison war eine Achterbahn: Im Herbst traf er in zehn Spielen achtmal, nach der Winterpause viermal in fünf Partien — dann warf ihn eine Verletzung sieben Spiele zurück. Zurück im Kader, köpfte er beim 3:2 in Bochum den Ausgleich und wurde am Saisonende zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.
Der Schlüssel war die Balance: Während die Offensive um Gómez und Cacau für Tore sorgte, wuchs die Abwehr um Tasci und Delpierre von Spiel zu Spiel. Genau diese Mischung aus jugendlichem Angriffsschwung und wachsender Stabilität machte die Meisterschaft möglich.
Das Sturmduo passte perfekt zusammen: Gómez, der kühle Vollstrecker, und Cacau, der unberechenbare Brasilianer mit deutschem Pass. Zusammen erzielten sie 27 Tore — und genau diese Offensivkraft machte den Unterschied in den entscheidenden Wochen der Rückrunde.
Der 19. Mai 2007 wurde zum Tag der Erlösung: Das Gottlieb-Daimler-Stadion bebte, Tränen flossen auf dem Platz — bei Spielern, die wenige Monate zuvor noch in der zweiten Mannschaft gespielt hatten. Khedira, Tasci und Gómez verkörperten eine Generation, die den Verein bis heute prägt.
In 34-0-0 ist Stuttgart 2006/07 ein Konter-Team mit Stärke 81 — schnell im Umschaltspiel, defensiv aber angreifbar. Wer den Titel der jungen Wilden kontrollieren will, muss genau die Qualitäten zeigen, die Stuttgart damals auszeichneten: Geduld, Vertrauen in den eigenen Kader und keine Angst vor großen Namen.
Taktik-DNA
Stil: Konter · Stärke: 81 · Europa-Tier
Konter im Spiel: Ballbesitz. Sie lauern auf Umschalten — halte den Ball und die Geduld.
Schlüsselspieler & Ratings
| Spieler | Pos | Rating |
|---|---|---|
| Timo Hildebrand (Rückhalt der Meister-Elf 2007) | GK | 85 |
| Alexander Hleb | RM | 85 |
| Fernando Meira | CB | 84 |
| Philipp Lahm (Zwei Leihjahre, Weltklasse von Anfang an) | LB | 84 |
| Cacau | ST | 84 |
| Mario Gómez (Der Stürmer aus der eigenen Jugend) | ST | 84 |
Beste XI
| Pos | Spieler | Rating |
|---|---|---|
| GK | Timo Hildebrand | 85 |
| RB | Andreas Hinkel | 81 |
| CB | Fernando Meira | 84 |
| CB | Matthieu Delpierre | 80 |
| LB | Philipp Lahm | 84 |
| CDM | Pável Pardo | 81 |
| CM | Thomas Hitzlsperger | 81 |
| CM | Christian Tiffert | 79 |
| RM | Alexander Hleb | 85 |
| ST | Cacau | 84 |
| ST | Mario Gómez | 84 |
Diese Mannschaft in 34-0-0 schlagen
Stuttgart 2006/07 setzt in 34-0-0 auf schnellen Konter — die Antwort ist geduldiges Ballbesitz-Spiel. Ihre Stärke 81 bei Angriff 81 macht sie im Umschalten gefährlich; vermeide Ballverluste im Aufbau und in der Vorwärtsbewegung, denn genau darauf lauert die junge Mannschaft. Mit Abwehr 79 sind sie hinten verwundbar: Kombiniere dich mit kurzen Pässen durch die Mitte, nutze Standards, und bringe den Gegner mit einem frühen Tor aus dem Rhythmus. Auswärts reicht oft ein Führungstreffer, um ihr Konterspiel zu ersticken.
FAQ
Wie wurde Stuttgart 2007 Deutscher Meister?
Wer war Stuttgarts bester Torschütze?
Wie schlug Stuttgart Bayern München?
Warum gewann Schalke die Meisterschaft nicht?
Wie schlage ich Stuttgart 06/07 in 34-0-0?
Wie viele Spiele bestritt Hilbert in der Meister-Saison?
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Von L. Yuan · Stand: 2026-09-16